Mit dem Moped zum Baden

Wir erfahren, dass zwei unserer Künstlerinnen unabhängig voneinander ihre Badeausflüge zum Anlass für schöne Notizen genommen haben und freuen uns, sie hier veröffentlichen zu können.

Eins:

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Zwei:
Der Motor brummt mir bis in den Bauch. Ich lehne mich in die weiche Umarmung des Windes. Meine Augen tanzen mit der Geschwindigkeit, kleine Bewegungen halten mich und mein Moped im Tonus, im Gleichgewicht, in der Spur. Unversehens tauchen wir durch eine Wolke aus Duft, und schon ist sie verschwunden. Auf der Kuppe springen wir in die Kühle des Wäldchens, in gleißendes Flackern – schwarz und weiß. Die Sonne bohrt ihre spitzen Strahlen durch die Baumkronen, ringt mit der Dunkelheit. Hinaus. Ein Schimmer Blau auf sanftem Grün. Eine letzte Gerade saust an uns vorbei. Ich setze den Blinker, verlasse die Fahrbahn, stoppe den Motor, setze den Helm ab. Trete hervor aus meinem Versteck Geschwindigkeit, um zwei Handgriffe später wieder einzutauchen in die kühle Dunkelheit. Loslassen. Meine Bewegungen füllen den Raum um mich. Die weiche Berührung des Wassers. Aus der Summe von Gedanken und Funktionen wird ein Körper, der ein Freund ist. Der ich ist. Die glatte, glänzende Oberfläche vor, neben, um mich spiegelt die Luft, den Himmel, den Raum. Unendlichkeit, bis in die Zehenspitzen. Ein Wind geht. Der Spiegel trübt sich. Ich schwimme dorthin, wo er noch glänzt, blicke in die Tiefe, spüre die Kühle an meinen Füßen. Höhenschwindel – wilde Wassermonster streifen mein Bewusstsein, gebrochenes Licht umkränzt den Schatten meines Körpers mit dem Strahlen von Heiligenbildern.
(Hier enden die Aufzeichnungen. Anmerkung der Redaktion: die Autorin hat heile das Wasser verlassen und ist wenig später unbeschadet nach Below zurückgekommen.)
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