Schwalben

Nach der ersten Nistperiode bin ich jetzt wieder fertig mit der Städterromantik.

Ja, sie sind süß. Ja, sie sind hübsch und flink. Ja, sie zwitschern mit zarten Stimmchen. Ja, wahrscheinlich haben wir es ihnen zu verdanken, dass uns so wenig Mücken nerven. Und ja, sie fliegen um die halbe Welt, um genau dort, ganz genau da in der Kunsthalle Below feierlich ihre Kinder zu kriegen und zu erziehen. Aber die Viecher scheißen alles voll! Erst sammelt sich unter dem Nest ein erheblicher Haufen und wenn die kleinen flügge werden, aber noch nicht rasant genug für das große Abenteuer sind, dann sitzen sie in geschwätzigen Grüppchen im Gebälk und lassen ohne Pause ihre Hinterlassenschaften auf Tische, Stühle, Teppiche, Sofas fallen. Oder sie fegen mit erheblichem Schwung durch den Raum und an Wänden und Bildern entlang, die dann gestreift hinterlassen werden. So war das nicht gemeint, als ich vor ein paar Wochen dem nicht enden wollenden niedlichen Ringen der virtuosen Flieger nachgegeben und ihnen dauerhaft ein Fenster geöffnet habe, damit sie blitzschnell mit einer Art Beton ihr Nest an die Wand klebten. Die Kunsthalle Below ist kein Stall mehr, es tut mir leid, ihr kleinen Schweinchen!

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